Kapitalanleger sind Triebfeder des Booms

ihlogo2

Immobilien zur Kapitalanlage sind gefragt. Aber trotz boomender Immobilienmärkte kommt die Wohneigentumsquote kaum voran. Experten sehen einen Grund dafür in den starken Kaufaktivitäten von Immobilieninvestoren, die Wohnungen als Kapitalanlage erwerben.

Wollen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verkaufen oder vermieten?
Käufer und Mieter finden, einfach online inserieren


(München, 05.09.2016) Dank hoher Nachfrage nach Immobilien kann die Neubautätigkeit in Deutschland gute Wachstumszahlen vorweisen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass nicht jedes Segment gleichermaßen vom derzeitigen Bauboom profitiert. Darauf weisen die Immobilienanalysten von LBS Research hin, die in einer aktuellen Analyse die amtliche Bautätigkeitsstatistik ausgewertet haben.

So bilden zwar klassische Bauherren, die selbstgenutzte Immobilien errichten, die Mehrheit unter den Antragstellern bei Baugenehmigungen. Doch laut LBS-Analyse verläuft im Geschosswohnungsbau das Wachstum weitaus dynamischer. Und: Immer mehr Neubauten werden nicht mehr für Selbstnutzer, sondern für Kapitalanleger zum Zweck der Vermietung errichtet. Während von 2010 bis 2015 die bundesweite Zahl der Baugenehmigungen bei selbstgenutzten Eigenheimen und Wohnungen um 31 Prozent stieg, konnten sich die Baugenehmigungen für vermietete Immobilien im gleichen Zeitraum mehr als verdoppeln.

Die Folge sei, dass in den Innenstädten der Bestand an Mietwohnungen steige, während es aufgrund der hohen Kaufpreise an bezahlbaren Angeboten für Selbstnutzer mangle, warnen die LBS-Experten. Diese Entwicklung sei dafür verantwortlich, dass trotz der hohen Nachfrage nach Immobilien die Wohneigentumsquote in Deutschland praktisch unverändert bei niedrigen 43 Prozent verharre.

Unterdessen machen die steigenden Kaufpreise für Mietwohnungen auch institutionellen Investoren zu schaffen, die für ihre Anleger Immobilien als Kapitalanlage erwerben. Laut der aktuellen Immobilien-Investitionsklimastudie von Union Investment gaben 52 Prozent der europaweit befragten Investoren an, dass sie in den kommenden drei Jahren mit hohen Kaufpreisen und niedrigen Renditen rechnen. Das trübt die Erwartungen der Immobilieninvestoren in Deutschland, deren Stimmungsindex unerwartet stark um 2,4 Punkte gefallen ist. “Insgesamt verliert das Zutrauen der Investoren in ihre jeweiligen Immobilienmärkte an Kraft”, sagt Olaf Janßen, Leiter Immobilienresearch bei Union Investment.

Merken

Merken